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Denkwürdiger Tag in der Geschichte des deutschen Gesundheitswesens

Michael Weingärtner, Leiter des Arbeitskreises Gesundheit, gesundheitspolitischer Sprecher der Vereinigung der FREIEN WÄHLER Hessen sowie Mitglied im Bundesfachausschuss Gesundheit und Pflege der FREIEN WÄHLER.

Gießen – Der Freitag, 11. November 2016, dürfte als denkwürdiger Tag in die Geschichte des deutschen Gesundheitswesens eingehen. Für eine Arzneimittelreform hatten in namentlicher Abstimmung 358 Abgeordnete von 542 Parlamentariern des Bundestages gestimmt, während sich 21 Mandatsträger enthielten und 164 dagegen votierten. Ein ethischer Tabubruch wurde vollzogen, denn erstmals seit Gründung der Bundesrepublik dürfen zukünftig Medikamententests an Demenzkranken und geistig Behinderten Menschen durchgeführt werden. Im Juristen-Deutsch ist da von „gruppennützigen Studien an nicht einwilligungsfähigen Erwachsenen, die den Teilnehmern selbst keine Vorteile bringen“, die Rede. Versüßt wird der grundlegende Wandel durch das Versprechen, dass als Voraussetzung eine Vorabeinwilligung des späteren Probanden und eine verpflichtende ärztliche Beratung Voraussetzung seien. Mit viel Enthusiasmus und Kompetenz diskutierten die Mitglieder des Arbeitskreises Gesundheit der FREIEN WÄHLER Hessen neben zahlreichen medizinische Themen auch diese Fragestellung. Insbesondere die Menschenversuche im Dritten Reich waren Anlass zu kritischer Betrachtung sowie die teils fragwürdige Erhebung von medizinischen Daten an Gefangenen und Menschen aus Entwicklungsländern. „Vorstellbar wäre möglicherweise eine Medikamentenerprobung bei Demenzkranken unter der Voraussetzung der Einrichtung einer in jeglicher Form unabhängigen Ethikkommission, bei der die Bezugspersonen eng eingebunden werden müssten“, sagt Michael Weingärtner, Arbeitskreisvorsitzender, gesundheitspolitischer Sprecher der Vereinigung der FREIEN WÄHLER Hessen sowie Mitglied im Bundesfachausschuss Gesundheit und Pflege der FREIEN WÄHLER. Der stetige Rückgang an Organtransplantationen wurde ebenfalls thematisiert. Die Organspende-Skandale vor wenigen Jahren seien nicht Ursache der niedrigen Zahlen, sondern eine Folge der Verknappung der Spenderorgane, stellt Dr. Detlef Drömer, Mitglied des Arbeitskreises, fest. Erschwerend hinzu kämen Schließungen einiger Transplantationszentren. Eine Verbesserung der Situation könnte die Einführung einer Widerspruchsregelung bringen, so der Tenor der Teilnehmer. Da insbesondere die gesundheitspolitischen Themen zum größten Teil in Berlin entschieden werden, kandidiert Michael Weingärtner für die FREIEN WÄHLER für den neu zu besetzenden Bundestag im Herbst.



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