Depression LAG GPS
Christin Jost - Leiterin LAG Gesundheit, Pflege und Soziales

750.100 Menschen in Hessen leben mit einer dokumentierten Depression. Das sind 13,2 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren – Stand 2024. Hinter dieser Zahl stehen Menschen, die ihren Alltag kaum noch bewältigen können, sich zurückziehen oder dringend Unterstützung benötigen. Auch Angehörige stehen häufig vor der Frage: Wo bekommen wir Hilfe?

Psychotherapeuten unter Druck

Die psychotherapeutische Versorgung steht bundesweit unter Druck. Bedarfsplanung, Vergütung und die Rahmenbedingungen der psychotherapeutischen Arbeit werden politisch diskutiert.

Gleichzeitig bleibt der Zugang zu psychotherapeutischer Behandlung vielerorts schwierig.

„Wir können nicht auf der einen Seite immer wieder über die Bedeutung psychischer Gesundheit sprechen und auf der anderen Seite die Menschen, die tagtäglich psychotherapeutische Hilfe leisten, immer stärker unter Druck setzen. Wer Versorgung sichern will, muss auch die Rahmenbedingungen für Psychotherapeuten sichern.“ – Christin Jost, LAG Gesundheit, Pflege und Soziales

 

Für uns ist klar:

• bedarfsgerechte Bedarfsplanung statt Versorgung nach starren Strukturen
• schneller Zugang zu Psychotherapie und fachärztlicher Behandlung
• wohnortnahe Versorgung – gerade im ländlichen Hessen
• starke sozialpsychiatrische Dienste und niedrigschwellige Angebote
• mehr Prävention und Unterstützung für Angehörige

Denn psychische Erkrankungen dürfen nicht erst dann zum politischen Thema werden, wenn Menschen monatelang auf Hilfe warten.

750.100 Menschen sind keine Statistik. Sie sind ein gesundheitspolitischer Auftrag.

 

Am Europäischen Tag der Depression am 1. Oktober wollen wir deshalb daran erinnern:

Psychische Gesundheit ist Gesundheit.

 

Die LAG Gesundheit, Pflege und Soziales der FREIE WÄHLER Hessen setzt sich für eine erreichbare und bedarfsgerechte psychische Gesundheitsversorgung ein – unabhängig davon, wo in Hessen jemand lebt.

Quelle: AOK-Gesundheitsatlas, Datenstand 2024; BMG; KBV.