
Mit den heute in Kraft tretenden Honorarkürzungen um 4,5 % für Psychotherapeuten wurde eine fatale Fehlentscheidung getroffen. Die FREIE WÄHLER Hessen fordern die Landesregierung auf, umgehend korrigierend einzugreifen. „Diese Maßnahme ist ein verheerendes Signal – nicht nur für die Berufsgruppe der Psychotherapeuten, sondern vor allem für die vielen psychisch kranken Menschen, die dringend Hilfe benötigen“, erklärt Engin Eroglu, Europaabgeordneter und Landesvorsitzender der FREIE WÄHLER Hessen.
Die Folgen für Patienten sind bereits jetzt absehbar: Die ohnehin schon angespannte Versorgungslage für gesetzlich Versicherte wird sich weiter verschlechtern. Während privat versicherte Patientinnen und Patienten nahezu umgehend einen Therapieplatz erhalten, warten gesetzlich Versicherte durchschnittlich 20 Wochen auf einen Termin – mit dramatischen Konsequenzen besonders für Kinder und Jugendliche, deren Wartezeiten besonders lang sind. „Die Kürzungen werden dazu führen, dass Psychotherapeuten vermehrt Therapieplätze an privat Versicherte und Selbstzahler vergeben“, warnt Eroglu. „Viele niedergelassene Psychotherapeuten könnten sogar ihre Kassensitze ganz aufgeben und sich ausschließlich der Behandlung von Privatpatienten widmen.“
Dabei wurden Psychotherapeuten lange Zeit unterbezahlt. Errungene Verbesserungen bei der Bezahlung werden durch die aktuellen Kürzungen nun rückgängig gemacht. „Das ist ein Schlag ins Gesicht aller, die sich für eine bessere psychische Versorgung einsetzen“, betont Eroglu.
Die FREIE WÄHLER Hessen unterstützen die Psychotherapeuten in ihren Protesten gegen diese ungerechte und kontraproduktive Politik. „Es ist unerträglich, dass ausgerechnet diejenigen bestraft werden, die sich täglich für die psychische Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger einsetzen“, so Eroglu abschließend. (ts)